Chemotherapie (PEB)

Hodenkrebs Chemotherapie (PEB)

Auf die Chemotherapie will ich in meiner Hodenkrebs-Erfahrung nicht wirklich im Detail eingehen, da ich an die Chemo wirklich keine guten Erinnerungen habe. Keine der notwendigen Hodenkrebs-Operationen war so schlimm wie die Chemo. Mit jedem Chemo-Zyklus habe ich mehr vor mich hin vegetiert, war kaum ansprechbar und einfach nur depressiv. Die Hodenkrebs-Behandlung mit der Chemotherapie um meinen Lymphknoten wieder vom Hodentumor bzw. Hodenkrebs zu befreien war für mich eine sehr harte Behandlung.
1 Woche Krankenhaus und dann 3 Wochen zu Hause heißt es für die Patienten je Zyklus. Davon erst einmal 3 Zyklen und jedes Mal wurde es härter für die Psyche wieder ins Krankenhaus zur Chemotherapie zu gehen.

Als wichtigen Tipp für die Hodenkrebs-Behandlung kann ich nur sagen, dass man sich einen Port (fester Zugang zu einer Vene in Mini-OP gesetzt) legen lassen sollte und darüber die Chemotherapie bekommt als über den ZVK (zentraler Venen Katheter im Hals). Über den Port kann man auch die ganze Therapie über Blut abnehmen und andere Medikamente bekommen. Für die ganzen Blutabnahmen die man während der Zeit bekommt ist dieser sehr praktisch, da das stechen des Ports nicht so schlimm ist und man sich somit das dauernde stechen in die Venen sparen kann. Dies ist allgemein gültig und nicht nur für Hodenkrebs. Mehr Informationen zum Port an dieser Stelle.
Auch wichtig: Mit Heilpraktiker, anthroposophischen Arzt und auch behandelndem Arzt über eure Hodenkrebs-Therapie sprechen was ihr für euren Körper mit Nahrungsmittelergänzung, Ernährung und ggf. weiteren Möglichkeiten während der Hodenkrebs-Therapie tun könnt. Ich habe bspw. Enzyme (bei der späteren Chemotherapie) genommen wodurch ich die Chemo bei weitem besser verkraftet habe.

Hodenkrebs Chemotherapie
Hodenkrebs Chemotherapie

Aber ich habe die Chemotherapie durchgehalten und gehofft, dass der Lymphknoten nun nach dem 3ten Zyklus endlich klein ist, der Hodenkrebs vernichtet ist und ich keinen vierten Chemotherapie-Zyklus machen muss. Die Spannung auf das CT Ergebnis war unglaublich. Und die Enttäuschung war umso größer, dass ein weiterer Zyklus Chemo gemacht werden sollte weil der Hodenkrebs immer noch den Lymphknoten besiedelte und nicht klein genug war. Ich war niedergeschlagen und konnte nicht mehr. Scheiß Hodenkrebs.

Im Nachhinein hätte ich während dieser Zeit der Hodenkrebs-Behandlung unbedingt psychologisch betreut werden müssen da mein Psyche-Stadium eigentlich nicht akzeptiert werden kann von den Ärzten und ich hoffe das es in der Zwischenzeit so ist, dass überall in den Kliniken Psycho-Onkologen tätig sind, die Patienten bei der Behandlung unterstützen. Ich vermute, dass es in Tumorzentren aller Wahrscheinlichkeit so seien wird. Aber normale Krankenhäuser die auch Chemotherapie Behandlung machen und nicht auf eine solche Therapie spezialisiert sind werden das wohl weiterhin aus Kostengründen nicht haben. Jeder Patient, egal ob Hodenkrebs oder Krebs einer anderen Sorte, sollte sich einen Psycho-Onkologen suchen. Aber dazu wie gesagt mehr an anderer Stelle (unter anderem Angst und Alternative Methode).

Weiterer Tipp: Ich hatte ohne Ende Rückenschmerzen im Krankenhaus vom vielen liegen. Mein Vater hat mich damals viel massiert damit es besser wird. Mein Zimmernachbar der auch Hodenkrebs hatte, war ziemlich neidisch. Man sollte auf jedem Fall auch im Krankenhaus Bescheid geben und jede Hilfe bzw. Unterstützung annehmen. Leider ist diese jedoch nicht immer verfügbar, da die Physiotherapeuten unterbesetzt sind in den Kliniken und zu viele Patienten Anspruch anmelden.

Nach dem vierten Zyklus Chemo war ich dann endlich durch mit meinen ersten 4 Zyklen Chemotherapie und hoffte jetzt endlich den Hodenkrebs aus meinem Bauchraum im Lymphknoten los zu sein. Es wurde erneut ein CT des Bauchraums und sicherheitshalber auch Lunge gemacht bei dem die Spannung erneut sehr groß war. Sollte der Lymphknoten nun nicht wieder normal groß sein müsste dieser mittels einer Operation entfernt werden, da dann immer noch Hodenkrebs vorhanden wäre.

Wieder große Enttäuschung. Der Lymphknoten war kleiner geworden aber nicht auf normale Größe. Er sollte in einer Operation entfernt werden. Ich fing an den Hodenkrebs zu hassen.

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