Rezidiv

Rezidiv

Wie bemerkt man Rezidiv

Im Spätsommer 2012 hatte ich starke Rückenschmerzen, die auch schon in den linken Arm und in die Brust ausstrahlten. Es wurde immer schlimmer und ich konnte nur noch mit Schmerztabletten schlafen. Am Anfang dachte ich überhaupt nicht an ein Rezidiv oder Krebs und hatte somit auch keine Angst, wie es sonst bei der Nachsorge war. Ich dachte ich hätte mich falsch bewegt oder einen Nerv eingeklemmt. Als ich dann zum Orthopäden zur Behandlung ging und der mich untersuchte, meinte der nur, dass dies von meiner Computerarbeit kommen würde und meine Wirbelsäule schief ist. Das hätten sehr viele Patienten die zu ihm in die Behandlung kämen. Von meiner Krebs-Therapie mit der Chemotherapie, Operation usw. erzählte ich ihm selbstverständlich. Er machte ein Röntgenbild und die Behandlung war ansonsten einfach: Spritzen in den Rücken und Schmerzmittel. Sollte diese Therapie nicht helfen, sollte ich wiederkommen. 2 Tage später stand ich wieder auf der Matte zur nächsten Behandlung. Erneut Spritzen als Therapie und Einlagen für die Schuhe. Diese würden bei vielen seiner Patienten helfen sagte der Orthopäde. Ich dachte weiterhin nicht an ein Rezidiv bzw. einen Rückfall. Meine letzte Nachsorge war zwar schon was her, ok, aber der Krebs war einfach nicht mehr präsent in meinem Kopf und das war in Bezug auf die Angst die ich sonst hatte bzgl. Krankheitsrückfall eigentlich sehr gut. Ich fragte einmal den Orthopäden ob wir nicht ein CT machen sollten, damit wir alles  genauer im Rücken- und Brust-Bereich sehen könnten, doch er verneinte mit den Worten „wäre nicht notwendig“.

Rezidiv
Rezidiv

Da ich mir nicht mehr zu helfen wusste und die Schmerzen mir doch langsam Angst machten ging ich zu einem Osteopathen zur Behandlung. Der tastete mich ab und nach bereits 10 Minuten schaute er mich eindringlich an und sagte mir, dass in meinem Brust und Halsbereich etwas ist, was dort nicht hingehört. Ich solle sofort zum HNO Facharzt gehen zum Ultraschall. Das war der Moment in dem ich zum ersten Mal an ein Rezidiv dachte oder besser gesagt wusste, dass ich ein Rezidiv und somit einen Rückfall habe. Die Angst war somit natürlich sofort präsent. Am meisten Angst hatte ich vor der Chemotherapie Behandlung. Beim HNO Facharzt dauerte es auch nicht lange. Per Ultraschall war ein riesen großer Tumor zu erkennen der sich bis in den Hals zog. Sofort eine Überweisung in die Onkologie bekommen und am nächsten Morgen dorthin. Geschlafen habe ich so gut wie gar nicht vor Angst.
Zum Orthopäden nur abschließend gesagt:  Ich habe Beschwerde bei der Ärztekammer später eingelegt als ich wieder Energie hatte. Habe sogar recht bekommen, aber: Ohne Konsequenz für den Orthopäden, da es hieß, dass es keinen Unterschied gemacht hätte, wenn es 2 Wochen vorher erkannt worden wäre in Bezug auf meine Therapie und Genesungschancen. Alles klar, dies zu den Chancen Patienten vs. Ärzte.

In der Onkologie hat man mich dann sofort zum CT geschickt. Das Ergebnis der Behandlung war niederschmetternd. Ein sehr großes Rezidiv: Die Brust voll, Herzaorta umschlossen, Vene infiltriert, Nerven im Schulterblatt infiltriert, der Krebs zieht sich bis in den Hals, Wirbelsäule bereits schief vom Tumor gedrückt. Dazu noch leichte Infiltration des Krebs in die Wirbelsäule. Niemand sprach es aus, aber man konnte es den Gesichtern der Ärzte ansehen, dass sie alle nicht gerade zuversichtlich waren und dazu eher Angst hatten da es sich um einen derben Krankheitsrückfall handelte. Das Rezidiv war wirklich gewaltig von der Größe. Angst vor dem Tod hatte ich aber seltsamerweise zu dem Zeitpunkt nicht. Meine Angst galt weiterhin der kommenden Behandlung: Chemotherapie.

Viele Freunde und Bekannte fragten mich „Rezidiv was ist das“ oder „was ist ein Rezidiv“ und ich sagte ihnen, dass es ein Krankheitsrückfall ist bei dem der Krebs-Tumor meist an einer neuen Stelle wieder auftaucht. Meist wird das bei der Nachsorge eigentlich ermittelt vor deswegen fast alle Patienten Angst haben. Zum Glück für mich war es ein Rezidiv, also Hodenkrebs und kein anderer Krebs. Ansonsten hätte ich das wohl alles nicht überlebt sagte mir mein Arzt aus der Onkologie.

Als ich mit den CT Bilder dann bei meinem Onkologen in der Onkologie saß und er die Bilder vom Rezidiv sah, telefonierte er mit einer Bonner Klinik in der ich zunächst einmal die Blutuntersuchungen und Biopsie des Tumor machen sollte. Mit dem Rettungswagen (Onkologe hatte Angst, dass ich umkippe) bin ich zur Behandlung in die Klinik (natürlich Onkologie Abteilung für Innere Medizin) gebracht und dort dann aufgenommen worden. Da die Bilder wirklich schockierend gewesen seien müssen, hat man nicht auf das Ergebnis der Biopsie gewartet, sondern es wurde direkt beschlossen das Rezidiv mit Chemotherapie gegen Hodenkrebs zu bekämpfen um keine Zeit zu verlieren.

Die Behandlung des rezidiven Krebs in der Onkologie des Uni-Klinikums Bonn schildere ich in den folgenden Unterkapiteln:
Chemotherapie (Tip), Hochdosis Chemotherapie, Bestrahlung, Thorax Tumorentfernung, Chemotherapie (?). Ich halte mich dort bzgl. der Behandlung des rezidiven Krebs etwas kürzer, da es mir persönlich schwer fällt davon zu berichten. Mir macht es tatsächlich Angst darüber zu schreiben und zu erinnern. Ich habe die Angst jetzt bei weitem besser im Griff, aber trotzdem hat man immer wieder mal Angst vor einem Krankheitsrückfall.
Allerdings denke ich, dass andere Patienten von meinem Bericht und vor allem meinen Empfehlungen „Krebsbehandlung“ profitieren können, wenn ich authentisch von der Behandlung berichte und sich dafür die „Krebsbehandlung“ Seiten anschauen denen ich eigentlich diese Internetseite widme und die mir sehr wichtig sind.

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