Chemotherapie (TIP)

Hodenkrebs Chemotherapie
Hodenkrebs Chemotherapie

Nachdem die ersten Untersuchungen gelaufen waren und ich einen Port gelegt bekommen hatte, ging es direkt los, da es zeitlich sehr dringend war wegen der Tumorgröße und seinem Druck auf Herz und Nerven. Ich wurde in die Uni-Klinik Bonn zur Chemotherapie verwiesen. Mir gefiel es dort nicht sonderlich und ich machte dort meinen ersten Zyklus stationär. Die psychische Belastung des Krankenhausaufenthalts machte mir mehr und mehr zu schaffen und ich wollte dort nicht mehr hin. Die Nebenwirkungen waren besser auszuhalten als bei der ersten Chemotherapie, da ich mir auf Grund eines Tipps von einem Heilpraktiker Enzyme spritzte. Trotzdem waren die Nebenwirkungen nicht gerade wenig. Übelkeit, Depression, Taubheitsgefühl in den Fingern und später auch Füße. Ich bat um eine ambulante Chemotherapie, doch das Krankenhaus verweigerte mir diese, da sie als stationäre Chemotherapie definiert ist.

Ich sprach mit meinem Onkologen darüber und er konnte es hinbiegen, dass ich die weiteren Zyklen ambulant in der Uni-Klinik machen konnte. Er teilte der Klinik mit, dass ich ansonsten mit der Therapie aufhören würde. Das zog anscheinend. Unter dem Behandlungsweg, habe ich dies als mündiger Patient geschildert. Man muss versuchen auch seine Positionen durchzusetzen, auch wenn das manchmal schwierig ist.

Die ambulante Chemotherapie bedeutete zwar nun viel Fahrerei für meine Frau, aber mir ging es damit besser.

Die Tumormarker stiegen nach der ersten Chemo sehr stark an, was die Ärzte stark verunsicherte. Ein Kontroll-CT wurde gemacht auf dem dann zu sehen war das der Tumor schon bedeutend kleiner geworden war. Mir wurde dann erläutert, dass der Tumormarker auch ansteigt wenn Tumormasse vernichtet wird.

Insgesamt habe ich diese Zeit in der Uni-Klinik sehr stark verdrängt, da es mir absolut nicht gut ging während dieser Zeit. Da ich mich körperlich nicht gut gefühlt habe versteht sich von selbst, aber auch psychisch war ich fertig. Die Erholungsphasen zwischen den Chemos waren immer nur in der letzten Woche angenehm. Doch da schaltete sich dann der Kopf ein, dass man schon bald wieder zur Chemotherapie musste.

Meine Blutwerte waren in dieser Zeit auch total am Boden und erholten sich nur sehr schleppend. Zweimal musste ich Blutkonserven als auch Plasma bekommen, damit die Werte wieder einigermaßen waren und ich mich überhaupt noch auf den Beinen halten konnte.

Nach den vier Zyklen Chemotherapie war der Tumor laut CT Bildern tot und vernarbt. Mein Tumormarker war allerdings noch leicht erhöht. Die Schulmedizin sieht dann noch 2 bis 3 Zyklen Hochdosis Chemotherapie vor. Meine Frau und ich waren skeptisch. Vor allem ich, da es min. 3 Wochen Krankenhausaufenthalt mit sich bringen würde pro Zyklus. Schließlich aber haben wir uns dann darauf eingelassen.

Tipp: Wie gehabt Nahrungsergänzung zum Schutz der Organe nehmen. Auch Stimmungsaufheller sollte man nehmen, wenn es einem nicht gut geht. Haben bei mir allerdings nur bedingt gewirkt. Nicht davor zurück schrecken auch weitere Unterstützungen wie künstliche Ernährung über Blutkreislauf zu nehmen. Dies stärkt einen und es geht einem dadurch besser.

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5. Juni 2017 web29299365