Hochdosis Chemotherapie

Bevor es mit der Hochdosis Chemotherapie los geht muss man erst einmal seine Stammzellen sammeln, damit man diese zurück bekommt wenn die Hochdosis alles zerstört hat und sich das Immunsystem wieder aufbauen kann. Dafür muss man auch in die Klinik und sitzt dabei den ganzen Tag an einer Maschine um die Stammzellen aus dem Blut zu holen. Es werden in der Regel drei Beutel gesammelt, damit man die Option hat drei Hochdosis Chemotherapie machen zu können.

Bevor man dann zum Sammeln ging, musste man sich zu Hause eine Spritze geben damit die Stammzellen angeregt werden. Bei mir kam es häufiger vor, dass meine Stammzellen nicht hoch genug im Blut waren, so dass ich wieder nach Hause geschickt wurde und ein paar Tage später wiederkommen musste.

Hochdosis Chemotherapie
Hochdosis Chemotherapie

Als die drei Beutel dann gesammelt waren ging es los. Ich hatte mega Angst vor diesen langen drei Wochen Krankenhaus. Zum Glück war die Hochdosis Chemotherapie auf einer anderen Station als die normale Chemotherapie. Dort war es schon angenehmer, aber für mich trotzdem ätzend. Die Chemo selbst war nicht so schlimm wie die anderen. Die Nebenwirkungen hielten sich in Grenzen und die Rückgabe der Stammzellen war auch nicht schlimm. Das was allerdings schlimm war, war die Warterei darauf endlich wieder nach Hause zu können. Man muss solange im Krankenhaus bleiben bis die Blutwerte wieder im normalen Bereich sind, damit man gegen Infektionen usw. einigermaßen geschützt ist. Dabei darf man die Station eigentlich nicht verlassen. Mit Mundschutz bewaffnet habe ich dies trotzdem getan, da mir dort nur die Decke auf den Kopf gefallen ist. Meine Kinder durften mich übrigens dort nicht besuchen wegen der Gefahr von Infektionen. Bei jeder Blutuntersuchung hatte ich die Hoffnung, dass es jetzt endlich so weit ist und ich nach Hause kann. Allerdings wurde ich immer wieder enttäuscht. Nach den drei Wochen war es dann endlich soweit, dass die Ergebnisse des Blutes positiv waren und ich gehen durfte. Fader Beigeschmack allerdings war, dass die Tumormarker nicht gefallen waren. Sie waren konstant geblieben. Bei einem Kontroll-CT des Thorax Bereichs konnte man auch keinen Unterschied zum vorherigen Bild feststellen.

Da mich der Krankenhausaufenthalt generell total genervt hat und ich nun keinen Sinn darin sah noch eine Hochdosis Chemotherapie zu machen sprach ich mit meinem Onkologen darüber. Er zweifelte ebenfalls daran und wir sprachen über weitere Möglichkeiten die wir noch hätten, um den Tumor endgültig in seine Schranken zu verweisen. In Deutschland ist es nicht normal bei Hodenkrebs eine Bestrahlung zu machen, aber in den USA wäre dies durchaus eine Behandlungsmethode. Er kannte einen guten Strahlentherapeuten und schickte mich dorthin um alles weitere auszutesten.

Tipp: Die Zeit ist ja nun einiges weiter als damals. Mittels Tablet und irgendwelchen Spielen, Hörbüchern usw. lässt sich die Zeit vielleicht besser rum bekommen. Weiterhin sollte man sich nicht alles einfach diktieren lassen. Man muss auch mal den Mut haben bei „sinnlosen“ Empfehlungen sich anderweitig umzuschauen und auch mal eine Zweitmeinung einholen.

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23. Dezember 2017 web29299365