Thorax Tumorentfernung

Das Narbengewebe inkl. Tumor sollte also entfernt werden. Mein Onkologe hatte mir Wiesbaden empfohlen als Klinik für den Lungenbereich (Thorax). Der Professor dort sollte eine Konifere auf dem Gebiet sein. Ein anderer Arzt bei dem ich während meiner Behandlung war, riet mir jedoch zu Hannover, einem Herzzentrum.

Wie ich schon einmal geschrieben habe, sollte man bei wichtigen Therapie-Entscheidungen immer eine Zweitmeinung einholen und sich auch nicht zu schade sein mal weitere Wege zu fahren um die beste Behandlung zu bekommen. Also sind meine Frau und ich sowohl nach Wiesbaden als auch Hannover gefahren um uns dort die Behandlung, sprich Operation anzuhören.

In Hannover wollte man mir Teile der Aorta komplett entfernen und durch eine künstliche ersetzen. Dies mit Herz-Lungen-Maschine und einem sehr komplizierten Verfahren. Als ich dort nach der Todesrate fragte, kam als Antwort 10%, was den Ärzten dort sehr wenig erschien. Mir erschien das sehr hoch.

Mit dem Wissen fuhren wir dann nach Wiesbaden. Dort wurden die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen als ich die Behandlung von Hannover erzählte. Bei Krebs-Patienten ist eine Herz-Lungen-Maschine wohl nicht so gut. Die Begründung bekomme ich nicht mehr hin, hörte sich aber plausibel an. Generell fanden wir, dass sich das Vorgehen von Wiesbaden bei weitem besser anhörte. Also machten wir Termine für 1 Woche Voruntersuchungen und danach den OP-Termin.

Die Voruntersuchungen erstreckten sich über eine Woche lang. Es wurde wirklich alles gecheckt bevor es dann noch einmal eine Woche nach Hause ging und dann die Rückkehr folgte zur großen Operation. Diese sollte nach Aussage des Arztes ca. 6 Stunden dauern und ich war für einen Freitagmittag geplant. Nicht so eine gute Zeit. Besser sind die Morgenstunden wenn der Arzt noch komplett fit ist. Nun gut, konnte ich nicht ändern.

Thorax Tumorentfernung
Thorax Tumorentfernung

Die Operation dauerte dann jedoch ca. 12 Stunden und für meine Frau muss das der absolute Horror gewesen sein draußen zu warten. Als dann endlich der Arzt raus kam und mit ihr sprach, war sie erleichtert. Die Operation war noch einiges schwerer als gedacht. Durch die Bestrahlung vernarbt das bestrahlte Gewebe und ist somit bei weitem schwieriger zu entfernen als normales Gewebe. Aber er teilte mit, dass er alles rausholen konnte und das ich nun auf die Intensivstation für 2 Tage kommen würde zur Überwachung.

An diese 2 Tage erinnere ich mich nicht, da ich mit Schmerzmitteln nur so vollgedröhnt war. Ich erinnere mich nur schwach an Tag 3 und 4, bei dem ich auf der Aufwachstation noch zur weiteren Überwachung war. Aber das auch nur teilweise. An Schmerzen usw. erinnere ich mich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Die kamen dann erst als ich auf Station war. Es wurde immerhin der Brustkorb geöffnet um das Tumor-Narbengewebe zu entfernen und ich hatte eine kleine harte Wurst nenne ich sie mal, die ich immer gegen das Brustbein halten musste, wenn ich hustete damit das Brustbein nicht so stark belastet wird und somit die Schmerzen nicht so groß sind. Da man häufiger hustet um den Schleim loszuwerden ist das eine fiese Sache mit den Schmerzen. Aber man bekommt Schmerzmittel und insgesamt denke ich an diese Operation gar nicht so negativ zurück. Es war auszuhalten muss ich sagen auch wenn die Schmerzen natürlich da waren.

Die Erleichterung war dann kurz vor der Entlassung riesig groß. Der Tumormarker war ordentlich gefallen. Fast in den Normbereich. Wir freuten uns alle darüber und 2 Wochen nach der Operation wurde ich bereits entlassen. Die Freude war wirklich groß.

Leider hielt sie nur bis zur nächsten Tumormarker-Abnahme bei meinem Onkologen. Dort war der Tumormarker schon wieder etwas gestiegen. Zuerst beruhigte mich der Onkologe, dass dies nicht schlimm sei und das wir erst einmal abwarten müssten. Also 1 Monat warten und dann wieder zur Nachsorge zum Tumormarker-Test. Wieder ist der Marker leicht gestiegen. So ging es dann erst einmal Monat für Monat weiter.

In der Zwischenzeit bin ich dann wieder arbeiten gegangen, da es mir ansonsten gut ging. Jeden Monat stieg der Tumormarker etwas an. Alle 3 Monate ging ich zum CT ob man auf den Bildern sehen könnte wo es wächst. Doch da war zuerst einmal nichts zu sehen.

Dies änderte sich bei den 2ten CT Bildern. Im Brustbereich war wieder ein kleiner Tumor zu sehen. Ich sollte Wiesbaden kontaktieren ob das überhaupt seien könnte. Wir fuhren hin. Der Arzt sagte, dass dies nicht seien kann, da er das doch live gesehen und alles entfernt hat. Aber an dem Fakt das dort was wächst konnte er auch nichts ändern.

Das Handbuch zur Hodenkrebs-Therapie war nun am Ende. Somit schaute mein Onkologe was wir denn sonst noch machen könnten. Er schlug vor, dass ich eine Chemotherapie machen sollte, die eigentlich für Nierenkrebs war (bin mir da allerdings nicht mehr ganz sicher). Diese könnte ich ambulant bei ihm machen und er würde denken, dass die helfen könnte.

Meine Angst hielt sich warum auch immer zu dem Zeitpunkt in Grenzen. Vielleicht weil ich ambulant gehört hatte und somit die Hoffnung hatte, dass es nicht so schwer werden würde.

Weiter Chemotherapie (?)->

 

5. Juni 2017 web29299365